In den 60ern erlaubten die Amerikanischen Streitkräfte ihren Militärangehörigen auf diversen Luftstützpunkten in Deutschland Drag Races zu veranstalten. Damals wurde das als Morale Support (Moralische Unterstützung) für die Truppen deklariert. Zunächst fanden diese kleinen Events auf den Airbases in Ramstein und Sembach statt. An diesen Events nahmen auch Soldaten von anderen Stützpunkten teil.

In 1966 fuhren die ersten deutschen Dragracer bereits in Ramstein mit, das waren Willi und Heidi Hestermann aus Erlensee bei Frankfurt, sie fuhren mit ihrem grauen Chevy Camaro das sie „Grey Ghost“ nannten und mit einem Käfer namens "Ramble Bee".
Im Oktober 1967 bekam ein US Soldat namens Paul Creamer, der gerade aus Vietnam zurückkehrte, seine Versetzungspapiere nach Deutschland. Als Paul Creamer zusammen mit seiner Frau Nedra und seinen Kindern am 07.12.1967 in Deutschland ankam, ging er gleich am zweiten Tag zu seiner neuen Arbeitsstelle, dort erfuhr er, das es auf dem Ramstein US Militärflugplatz Drag Races gab.
Paul zögerte keine Sekunde und kaufte sich ein Auto, da sein geliebter Chevy Nova, denn er kurz vor seiner Abreise kaufte noch nicht in Deutschland eingetroffen war. Allerdings musste Paul noch einige Monate warten, bis er auf die Viertelmeile konnte, da in Deutschland noch eisige Winterkälte herrschte

Als Paul und seine Frau Nedra ihr erstes Drag Race in Deutschland anfang 1968 in Ramstein besuchten, waren Sie erfreut als dort bekanntgegeben wurde, das es nur ein paar Wochen später auch Drag Races in Hanau geben würde. Paul freute sich über diese News und erkundigte sich wer an der Planung arbeitete und schloss sich ihnen direkt an.

In 1968 war der Gesamtsieger der Top Stock Eliminator (B Modifiziert Serienfahrzeuge) am Ramstein Dragstrip der Amerikaner Pom Green, er fuhr die Viertelmeile in 14.7 Sek. in seinem Chevrolet Chevelle.
Bestleistung bei den D Dragsters wurde von Bill Rasmussen mit 11.8 Sek. gefahren, Rasmussen´s Dragster wurde von einem Chevy Motor angetrieben.


Anfangs als es noch keinen Drag Race Club gab, war die Mehrheit der Fahrer die an den Events der US Airbases teilnahmen, dafür das nach den NHRA Regeln gefahren werden sollte. Allerdings wurden die Rennen in Ramstein, mit einer Kombination aus verschiedenen Regeln veranstaltet. Diejenigen die diese Kombi-Regeln nicht zustimmten, entschieden sich dann die Hanau Auto Racing Association kurz HARA zu Gründen und bei der HARA sollte strikt nach dem NHRA Regelwerk gefahren werden!

In 1968 war die HARA ein reiner amerikanischer Club, der noch nicht als Verein bei den deutschen Behörden eingetragen war und auch nicht als Kooperativ Verein, bei den Deutschen Motorsport Vereine und Verbände anerkannt war. Es gab zwar eine handvoll Deutsche Mitglieder aber noch war der Verein nur von der US Armee anerkannt.

Nachdem sich nun die ersten Gründungsmitglieder fanden, mussten einige Vorbereitungen getroffen werden, damit der Hanau Auto Racing Association loslegen konnte.
Die Kleine Truppe leistete damals in kürzeste Zeit allesmögliche, damit die Rennen so schnell wie möglich in Hanau stattfinden konnten. Zu diesen Aufgaben gehörte z.B.: Einholung der Genehmigung des US Militärs um das Luftfeld als Rennstrecke zu verwenden, Eintragung beim NHRA, Beantragung von deutschen Rennlizenzen, erstellen von Vereinsunterlagen, Berichterstattung (Stars & Stripes) musste arrangiert werden, Formulare mussten gedruckt werden, Eintrittskarten mussten gedruckt werden, Angebote für Pokale mussten eingehollt werden und die Liste wurde länger und länger.

Die Gründer mussten sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, damit die HARA auf dem Fliegerhorst ihre Rennen veranstalten durfte. Eines der Gründungsmitglieder Capt. Tompkins, der selbst ein Pilot für die auf dem Fliegerhorst stationierten Mohawk Turbo Jets war, hat bei den Verhandlungen mit den Verantwortlichen des Fliegerhorsts, eine wesentliche Rolle gespielt. Das Engagement von Captn. Tompkins hat viel bewegt und dies half dem Verein erheblich, die Genehmigung zu erhalten um ihre Rennen zu veranstalten. Jerry Lackey erzählte das Captn. Tompkins sogar so engagiert war, das er sogar einen Mohawk Jet auch mal zum trocknen der Rennstrecke einsetzte, wenn es mal geregnet hatte.
Zu den ersten Mitgliedern im ersten Jahr des H.A.R.A. gehörten:
Captn. Tompkins
Mr Thompson
Paul & Nedra Creamer
Willi & Heidi Hestermann
Jerry Lackey
Delton Hix
Larry D. Jones
Peter Schmidt
Lee Parnell
Bob Tomac
Tyron Philipps

Die Genehmigung für die Benutzung der Landebahn am Fliegerhorst in Erlensee (Hanau) wurde erteilt und das erste Rennen wurde am 30.03.1968 veranstaltet.
Zitat:„Wir sind der Meinung, die Jungs sollen Ihre Dragraces auf der Rennstrecke austragen, statt auf den Strassen” Das waren die Worte von SSgt. Paul M. Creamer in 1968 als er der US Militärzeitung Stars & Stripes ein Interview zum Renngeschehen auf dem Fliegerhorst in Erlensee bei Frankfurt gab. Paul war damals der 2. Vorsitzender der Hanau Auto Racing Association.

Die Stars & Stripes weiter: Drag Racing ist neu in der deutschen Motorpsort Arena, aber es hat sich rasch verbreitet. Die Hanau Auto Racing Association wird jetzt von 117 Mitglieder untersützt, die aus Deutschland und Amerika stammen und ihre Fahrzeuge auf dem Luftfeld des Fliegerhorsts in Hanau fahren.

Der Verein began sich im im Dezember 1967 zu organisieren und das erste Rennen wurde am 30.03.1968 ausgetragen. Der Verein wird jetzt vom CWO David Dohm vom 350 Aviation Company geleitet. Um teilzunehmen muss ein Fahrer ein Mitglied des Vereins sein oder von eines der dem deutschen nationalen Sportkommission (ONS) angehört. Die ONS ist der Verband für alle Motorsport Arten in Deutschland.

Auf den Dragsterrennen akzeptieren die deutschen Fahrer das Regelwerk, das von der NHRA in der USA eingeführt wurde. Ein Mitglied der selbst fährt zahlt 5,- US Dollar jährlich und ist damit gleichzeitig versichert und erhält ausserdem noch eine deutsche Rennlizenz.

Alle Rennen sind deutsche nationale Veranstaltung, die offen für alle sind. Ausserdem werden die Ergebnisse in der nationalen Punktewertung aufgenommen. Ein normaler Renntag beginnt mit der Klassifizierung um 8 Uhr, gefolgt von den Zeitläufen um 9 Uhr. Das Rennen beginnt um 13 Uhr und am Ende des Tages erhalten die jeweiligen Gewinner der verschiedenen Klassen einen Pokal. Wenn Sie ein schnelles Auto besitzen, fahre damit zu den Drags, aber schlaf nicht wenn die Startampel grün aufleuchtet und hau ja die Gänge schnell rein. Vielleicht wirst Du am Ende des Tages ein Pokal mit nachhause nehmen können.

Das Rennbüro der 60er und 70er Jahre auf dem Fliegerhorst Dragstrip in Erlensee.Hier mussten die Teilnehmer sich zum Rennen anmelden und ihre Lizenz vorzeigen.
Die Technische Abnahme wurde damals von Lee Parnell und später von Mike Barnett im Fahrerlager durchgeführt (li). Die Fahrerbesprechung wurde ebenfalls im Fahrerlager abgehalten (re).
Die Fahrerbesprung wurde im Fahrerlager abgehalten.

Mit Sicherheit haben sich schon einige Mitglieder der H.A.R.A. schonmal gefragt ,wo das HARA Maskottchen "Der qualmende Esel" herstammt. Das ist wirklich eine sehr lustige Geschichte.
Es begann alles als sich der Verein gerade neu gegründet hatte und einen einfachen Stempel bestellt hatte. Auf dem Stempel sollte ein Autorad abgebildet sein, worin Hanau Auto Racing Association stehen sollte. Allerdings sollte "Association" - das amerikanische Wort für Vereinigung abgekürzt werden. Das Wort Association kann mann Assn. oder Assoc. abkürzen, die Mitglieder entschieden sich für die Abkürzung Assoc.
Als die HARA ihren Vereinsstempel zusammen mit den gedruckten Eintrittskarten, Fahrerlagerausweise, Vereinsformulare etc. erhielten, waren alle sehr aufgeregt dass die ersten Vereinsutensilien eingetroffen waren. Bis es plötzlich jemanden auffiehl, das im Rad „Hanau Auto Racing Ass“ stand. Nun ja für uns Deutsche ist das kein Problem, allerdings bei den Amerikanern bedeutet das Wort "Ass" Esel. Also war´s klar die deutschen Stempelhersteller hatten wohl keine Ahnung, wie man Association abkürzt und so wurde aus der Association ein Eselsverein!
Die Vereinsmitglieder waren ziehmlich aufgebracht nun ein Eselsverein zu sein und bei der Vereinsversammlung, wurde über das Problem diskutiert und überlegt. Denn alles wurde mit der Abgekürzung "ASS" angefertigt, nicht nur der Stempel sondern auch die Eintrittskarten und das Briefpapier einfach alles!
Die Mitglieder waren nun damit beschäftigt sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was sie machen sollten und versuchten eine Lösung zu finden. Da der Verein gerade kein Geld in der Vereinskasse hatten, überlegten sie ob sie um Spenden bitten sollten, um neues Briefpapier, Karten und ein Stempel herstellen zu lassen. Eine andere Überlegung war ein Punkt hinter Ass einfügen zu lassen?
Paul Creamer beteiligte sich nicht an der Diskusssion, er malte - ja er kritzelte vor sich hin und seine Frau Nedra wunderte sich, das er nichts zu dem ganzen sagte. Alle anderen ärgerten sich und diskutierten und Paul malte. Tja das gute daran war, das Paul sein besten Ideen hatte wenn er rum kritzelte! Und so kam es, das eines der Mitglieder sah, was Paul da so kritzelte und grinzte vor sich hin. Paul hatte um das Rad Rauchwolken wie beim burnout gemalt und hatte einen rasenden Esel vor dem Rad gemalt, so als ob der Esel Räder hätte. Von diesem Tag an waren sie das „Hanau Auto Racing Ass“ mit dem Esel. Und warum? Weil niemand dagegen war und die Entscheidung einstimmig war!



In 1968 hatte der Verein keine Startampel und keine Zeitmessanlage, stattdessen wurde das Rennen mit einem Fahnenstarter gestartet.
Der Fahnenschwenker hies damals Bob Tomac. Nach dem ersten HARA Rennen war der Verein im Stande mit den Einnahmen, eine grössere
Spende an eine Einrichtungen des US Militärs für gemeinnützige Zwecke abzugeben. Neben der Spende hatte die HARA immer noch genug Geld eingenommen, um eine Startampel für die Rennsaision 1969 zu bauen:
Startampel und Zeitmessanlage wurden zum Winter Projekt der HARA Mitglieder. Allerdings war es kein einfaches Projekt, da keiner der Mitglieder ein ausgebildeter Handwerker war, dazu verfügte der Verein damals über keine eigene Vereinshalle oder Garage, worin sie hätten arbeiten können.

Trotz der nicht ganz einfachen Bedingen, bauten die Mitglieder der HARA ihre erste Startampel. Es musste von manchem Mitglied zwar der Esszimmertisch als Werkbank herhalten, aber die Ehefrauen waren es bereits gewohnt, das ihre Wohnung als Autowerkstatt zweckentfremdet wurden.

li: Fahnstarter von 1968 - mitte: Zeitmessanlage von 1969 re: Die Zeitnahme von 1969
Jerry Lackey erzählte, dass als die erste Zeitmessanlage in 1969 in Betrieb ging, sie nur die Zeit und den Sieger ermittelten konnte. Es gab damals keine 60 Fuss Zeit, keine Reaktionszeit und keine Geschwindigkeitsmessung.

Die HARA musste sich in den ersten Jahren die Landebahn des Airbases, die regelmässig zur Rennstrecke umfunkioniert wurde, mit dem Deutsch-Amerikanischen Flugverein Arrows teilen.

Wenn sich ein Flugzeug ankündigte hat der Flugtower, die Organisation der HARA angefunkt und durchgegeben "attention incoming plane" (Achtung Flugzeug setzt zur Landung an). Daraufhin musste die HARA Crew in Windeseile die Startampel abbauen. Nach der Landung wurde die Ampel schnell wieder aufgestellt, damit das Rennprogramm weiter gehen konnte.

Die landenden Flugzeuge stellten überhaupt kein Problem da für den Rennbetrieb. Es wurde nur richtig hektisch wenn ein Hubschrauber seine Notlandung durchgab, da blieb meistens garkeine Zeit irgendwas abzubauen.

Die Rennsaison 1969 began sehr gut und bis ende Juni hatte der Verein gute Einnahmen verzeichnen können. Da der Verein gemeinützig war, entschieden die Mitglieder ein Wettbewerb für die Wahl von "Trophy-Queens "(Pokal Königinnen) zu veranstalten.

Die Trophy-Queens sollten die Aufgabe haben, den Fahrern bei der Siegerehrung ihre Pokale zu überreichen. Die Mitglieder einigten sich darauf, dass die Siegerin einen Scheck in Höhe von 1.000,- US Dollar erhält und die 2. platzierte einen Scheck in Höhe von 500,- US Dollar. Allerdings
war soviel Überschuss in der Vereinskasse, das kurzerhand entschieden wurde, dass die Siegerin und die 2. platzierte jeweils 1.000,- US Dollar erhalten sollten. Zusätzlich zum Preisgeld durften die beiden Damen, sich über je ein Vereinskostüm in den Vereinsfarben Orange/Schwarz und noch ein paar ausgewählte Geschenke freuen. Die 3. und 4. platzierten Damen erhielten jeweils einen Scheck in Höhe von 500,- US Dollar.

Der Verein nutze am Renntag die Mittagspause um die Wahl der Trophy Queens zu halten. Die Zuschauer wurden an der Wahl beteiligt und es gab etliche Berichte darüber in den heimischen Zeitungen über die Wahl und die Siegerin, die amerikanerin Debbie Lemhuuls.

Viele
fragten wie es möglich war mit den niedrigen Eintrittsgelder die 0,50 und 0,75 U.S. Cent betrugen, die Preisgelder, Vereinskostüme und Sachpreise zu finanzieren. Es gab aber noch weitere Einnahmequellen aus den Teilnehmergebühren und die Fahrerlagereintritte. Die Teilnehmergebühr wurde für Pokale und Preisgelder verwendet und die Eintrittsgelder wurden in die technische Ausrüstungen des Vereins investiert, somit konnten die gesamten Einnahmen aus den Eintrittsgeldern für andere Dinge wie die Trophy Queen Wahl aufgewendet werden. Neben der Trophy-Queen Wahl war genug Überschuss in der Vereinskasse am Ende der Saison übrig, um Vereinsmeisterschaftsfeiern auszurichten und Spenden an gemeinnützige Institutionen zu vergeben.
Die Trophy Queen Wahl in der Mittagspause am Renntag
Trophy Queen Siegerin Debbie Leemhuuls übergab dem Tagessieger Clifford Pace seinen Pokal
Die Trophy Queens übergeben einem glücklichen Sieger seinen Pokal.

“Powder Puff – so hieß in den 70ern die Klasse in dem nur Frauen starten durften. Allerdings gab es bzgl. der Powerderpuff Regeln in den Anfangsjahren manche Diskussion zwischen der männlichen und dem weiblichen Fahrerlager! Eine Entscheidung damals war, das Frauen nicht nach den national vorgegebenen Zeiten fahren sollten - und jetzt kommts! Wegen eines Handicaps. HANDICAP! HARA Mitgründerin Nedra Creamer sagte damals dazu "Handicap? Wir haben aber noch all unsere Gliedmassen!"

Nedra erinnerte sich an damals, als die Offiziellen verlangten, dass die Frauen 3. Läufe absolvieren sollten, um ihre besten Zeiten zu ermitteln. Damit diese als Index-Zeiten für die Frauen gelten. Die Damen meinten dazu, das wäre ja i.O. wenn ihre Männer das auch hätten tun müssen, aber die Männer durften nach den offiziellen national vorgegebenen Index-Zeiten fahren. Also beschloss das Damen-Fahrerlager, dass sie einfach die Strecke zu Fuss runterlaufen würden, um so ihren Standpunkt rüberzubringen.
Nedra´s Ehemann
Paul war ein Sportsman durch und durch und sagte seiner Frau Nedra, "das könnt ihr nicht machen, denkt doch an die Zuschauer, die haben bezahlt um euch fahren zu sehen!"

Die Powderpuff Damen waren richtig Sauer, wie aufgestachelte Hornisssen und sie wollten unbedingt ihren Standpunkt rüberbringen. Also marschierten sie rüber zur Sprecherkabine, nahmen das Sprecher-Mikrofon in die Hand und baten die Zuschauer über die Sache abzustimmen. Dann setzten sie sich einfach hin und bewegten sich kein Meter von der Sprecherkabine weg.
Als es Zeit war für die Powderpuff Klasse an den Start zu gehen, blieben die Fahrererinnen einfach sitzen. Die Zuschauer waren außer sich. Damals hatten viele der amerikanischen Soldaten im Zuschauerraum nicht viel Ahnung über Drag Races - aber eins wussten sie, das man ihnen Frauen in Rennwagen an diesem Tag angekündigt hatte und die wollten sie nun sehen. Plötzlich begann das rhythmische Rufen der Zuschauer „powder-puff, powder-puff“. Die damals einzigen drei Fahrerinnen, fühlten sich plötzlich wie die Stars des Tages. Die Frauen spürten wie die Zuschauer hinter ihnen standen und freuten sich, als die Offiziellen zu ihnen kamen und sagten "fahrt von uns aus so schnell ihr wollt, hauptsache ihr geht da raus und fährt jetzt!"
Die Mädels hatten noch einen haufen Spass an dem Tag

Rechts ist eines der Siegerplaketten, die Nedra Creamer in 1968 für´s Rennenfahren in der Powderpuff Klasse erhielt. Sie sagte dass die Plaketten sogar vor der Gründung der HARA an die Sieger herausgegeben wurden, die HARA hatte dann die Plaketten abgeschafft und nur noch schöne Pokale vergeben.

Das erste Jahr war die Hanau Auto Racing Association ein privater Verein der US Streitkräfte aber als im zweiten Jahr Probleme auftraten, wegen der Versicherung für die Rennveranstaltungen änderte sich das. Die US Armee konnte die Versicherung für die Veranstaltungen nicht übernehmen, also musste eine neue Lösung her, damit der Verein bestehen bleiben konnte.

Jerry Lackey der damals Manager des Vereins war, setzte sich mit dem AVD Automobil Verein von Deutschland in Verbindung und erkundigte sich welche Möglichkeiten sich dem Verein boten. Damals wie heute war es um die nötigen Versicherungen zu erlangen, nötig einen Dachverband zu haben. In 1969 war der Dachverband des Deutschen Motorsports die ONS/OMK (heute DMSB). Kurzum stellte Jerry im namen der HARA ein Antrag an die AVD, die HARA als Motorsport Verein aufzunehmen.

Die ersten beiden Jahre nach dem Antrag, war die HARA sowas wie ein Zwillingsverein, das aus einem privaten amerikanischen Verein bestand und einen deutschen Kooperativ Verein des AVD´s.
In 1971 wurde die HARA dann als eingetragener Verein vom AVD anerkannt und sie rechneten der HARA die ersten Jahre seit dem Antrag des Vereines in 1969 und dem bestehen als privater amerikanischer Verein an.

In 1979 erhielt der Verein eine Auszeichnung für das 10 jährige bestehen, die Jerry Lackey als 1. Vorstandsvorsitzender von Andreas Meyer vom AVD überreicht wurde.

Der wohl bekanntester Pionier des HARA Vereins ist der langjährige Vorstandsvorsitzender Jerry Lackey, der aus Cherryville North Carolina stammt und im Januar 1963 nach Deutschland kam. Jerry machte bereits in den ersten Jahren im Verein schnell Karriere, als er vom Manager zum 1. Vorstand gewählt wurde und diese Position länger als jeder anderer im Verein mit mehr als 34 Jahre hielt.

Während seiner langen Amtszeit brachte Jerry das Drag Racing weiter, als die Gründungsmitglieder sich jemals erhofft hätten. Jerry trieb das Wachstum des Vereins an und brachte viele neue Ideen ein, die letzendlich dazu führten das der Verein wuchs und mit ihm die Bekanntheit des Drag Racings in Deutschland. Jerry lies keine Möglichkeit aus das Drag Racing bekannt zu machen, er veranstalte Ausstellungen, Demoläufe, Burnout Shows und die bis heute noch bekannten und äußerst beliebten Käferblasen. Er war auch beteiligt an der Entstehung der Rennen in Hockenheim und Luckau. Die Rennstrecke auf der MZA in Luckau bei Berlin wurde vom Besitzer Sammy Tosuner umgetauft in Jerry Lackey Raceway.

In der Geschichte des Vereins gab es viele Rückschläge, Jerry meisterte sie alle und lies sich nie davon abbringen die Veranstaltungen der HARA durchzuführen. Viele der deutschen Dragracer haben ihre Rennlizenzprüfung bei Jerry absolviert und bringen inzwischen ihre Sprösslinge zum Jerry Lackey Raceway, um ihre Lizenzprüfung bei Jerry zu machen.

Die HARA veranstaltete fast alle 14 Tage ein Rennen für ca. 100 -150 Teilnehmer, die Mehrzahl davon waren Strassenfahrzeugen. Die Zuschauerzahl lag damals zwischen 1000 und 1500 pro Rennen. Beim damals sehr bekannten und beliebten „Käferblasen“ kamen bis zu 10.000 Zuschauer. Beim Käferblasen musste die hiesige Polizei, die Strasse vor der US Kaserne absperren, da es auf der Bundesstrasse bis hin zur Autobahn und teilweise sogar noch auf der Autobahn Stau gab.

Die Rennen auf dem Fliegerhorst wurden immer beliebter und bekannter und der Verein war in der Lage, jährlich Summen in Höhe von bis zu 10.000 US Dollar an Organisationen der US Armee für gemeinützige Zwecke zu spenden.

In den ersten 10 Jahren hatte die HARA über 300 Mitglieder mit 75% Anteil US Soldaten

Hedi Hestermann war die erste Deutsche, die an einem Dragsterrennen teilnahm. Ihr erstes Rennen fuhr Hedi in Ramstein in 1966 in einem Ford Mustang - zur selben Zeit als ihr Mann Willi mit dem Dragsterfahren anfing, allerdings war Hedi die erste in ihrer Familie die Pokale mit nachhause nahm!
Hedi fuhr einige Jahre in verschiedenen Fahrzeugen wie in ihrem weissen Mustang, denn sie "Albino" nannte. In den Fotogallerien befinden sich Fotos aus den ersten Rennen von Hedi, die heute noch im Besitz ihres weissen Mustangs "Albino" ist.
Heidi Lackey - die dritte Heidi im Bunde und Ehefrau vom 1. Vorsitzenden der HARA Jerry Lackey. Heidi fuhr zuerst einen VW Käfer und stieg später um in den erfolgreichen VW Käfer „Pure Hell“ der vorher von Jerry gefahren wurde.
In den 80ern erwarb Heidi die legendäre „California Colt“ ein 67er Mustang Fastback von Bob Cote. Den Mustang hat Heidi in rot umlackieren lassen und taufte es „Lady in Red“. Als Heidi einen dreijahres Sponsoringvertrag mit Blaupunkt für ihr damals neues Produkt „Velocity“ unterschrieb, lies sie das Auto in Silberblau umlackieren und das Auto bekam den Namen „Velocity“.
Heidi wurde von ihren männlichen Konkurrenten gefürchtet, da sie sehr beachtliche Reaktionszeiten hatte, die besten Reaktionszeiten in der Klasse Super Gas. Das stellte sie vier Jahrelang unter beweis als Heidi 4 Jahre in Folge HARA Vereinsmeisterin wurde.

Die 1.DVD e.V. (Erster Deutscher Verein für Drag Racing) wurde in 1975 gegründet. Ein Drag Racing Verein das rein aus deutschen Mitgliedern bestand. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Holger Tapp, Frederick Krux und Hans Kloss. Im ersten Jahr war Holger Tapp der 1. Vorsitzender und ab dem zweiten Jahr wurde Hans Kloss als 1. Vorsitzender gewählt der bis März 2006 diese Posten behielt. Die 1.DVD e.V. ist wie die HARA ein wegweisender Meilenstein in der Geschichte des Deutschen Drag Racings. Die 1.DVD e.V. hat einige der grössten Internationalen Rennen auf Deutschen Parkett veranstaltet.

Das erste grosse internationale Dragsterrennen der 1.DVD e.V., wurde 1980 in Mainz Finthen auf dem US Airbase veranstaltet. Damals waren viele bekannte Personen an der Organisation beteiligt, die heute noch in der deutschen Drag Racing Szene tätig sind. In der folgenden Tabelle ist ein Auszug aus dem Organisationsteam von damals und was diese Personen heute machen.
Name
damals zuständig für:
heute unterwegs als:
Hans Kloss
Gesamtleitung
bis 03/ 2006 1.Vorstand des 1.DVD
Manfred Kometz
Rennleiter
Sportwart der HARA e.V.
Mike Barnett
Techn. Kommissar
Techn. Kommissar
Rolf Henney
Zeitnahme
Zeitnahme
Erich Schenkenberger
Starter
Starter
Damals wurden auf dem Flugplatz alle Sicherheitszeune von den Mitgliedern des 1.DVD in eigene Regie hergestellt und aufgestellt, sie haben die Tribühnen teilweise auch selbst aufgestellt.

Monatelang war der Vorstand damit beschäftigt die bekanntesten und interessantesten Dragracer in ganz Europa für das Rennen zu gewinnen.
Damals waren einige namenhafte Fahrer dabei, die den Fans von heute immernoch ein Begriff sind:
NAME

AUTO UND KLASSE 1980
WAS MACHT ER/SIE HEUTE?
Rolf Nohl
D
Opel GT "The Beast" E.T. Bracket
man munkelt so? lassen wir uns in 2007 überraschen
Tony Morris
D
Opel GT "Stampeder II" E.T. Bracket
fährt heute Super Comp in Florida USA
Heinrich Habermann
D
Camaro 5,6L "Blue Swede III" Street Altered
in 2005 den letzten Lauf als aktiver Fahrer
bei den NitrOlympx in Hockenheim
Werner Habermann
D
Manta 7,7L Funny Car "Blue Swede IV" Pro Comp
ist Crewchief seines eigenen Rennstalls
FIA TOP Methanol Dragster Teams
Kent Trennemann
S
Chevy Vega "Sydexpo" Street Altered
ist in der USA noch aktiv
Willi Hestermann
D
Fiat Topolino "Maffia Mouse" Competition Altered
Opa von 4 Enkelkindern Ehrenmitglied der HARA e.V.
und oft bei Vereinsmeetings anzutreffen!
Dave Gibbons
GB
Fiat Topolino 5,4L "Rough Diamond I" Competition Altered
Schauspieler im britischen Fernsehen
Jerry Lackey
D
Ford OHC 2,0L "Afri Cola Dragster" Dragster Klasse
bis 03/2006 1. Vorsitzender der HARA e.V.
Gerd Habermann
D
Volvo 2,2L "Gratuate" Dragster Klasse
Jet Dragster Show Fahrer
Russ Carpenter
GB
Daimler 2,6L "Hepolite Glacier" Dragster Klasse
Ein sehr erfolgreicher englischer Fahrer,
leider ist mir nicht bekannt was er heute macht
Gary Page
GB
Ford Modell "T" "Panic" Pro Comp
in 2005 noch bei der FIA Championship
in Top Fuel Dragster mitgefahren
Dave Wilson
GB
Dragster 7,0L "Krypton" Pro Comp
fährt heute bei der FIA Championsip mit
in Top Methanol Dragster
Jim Read
GB
Dragster 6,8L "Le Patron" Pro Comp
verstorben aber nie vergessen,
einer der besten britischen Dragracer
Bilder von der Pressekonferenz und vom Rennen sind in der Fotogallerie "Mainz 1980" zu finden, ausserdem ist dort auch ein Link zu der Gesamtteilnehmerliste.

Am 29.09.1984 fand ein Termin in Hockenheim zum Thema Drag Racing statt. Der President des 1.DVD e.V. Hans Kloss und der Sportwart des 1. DVD e.V. Mathias Seidler trafen sich zum Gespräch mit zwei Herren vom BMC (Badischer Motorsport Club - damals 50% Anteilseigner des Hockenheim Rings) um den Herren das Dragster Sport vorzustellen. Mathias Seidler erinnert sich heute noch an das Gespräch und an das eher mäßige Interesse allerdings wurde es positiv aufgenommen das im Dragstersport die Motorräder zusammen mit den Autos während einer Veranstaltung fahren. Das fanden die Herren der BMC interessant, da es sie das auch früher machten.

Am 16.02.1985 fand auch ein Gespräch mit den zuständigen Ansprechpartnern des Nürburgrings statt. Der legendäre Rennleiter Ali Schatz war auch bei den Gesprächspartnern dabei. Die Regeln des Dragstersports und die Frage zum Renntermin auf dem Nürburgring waren die Themen. Ergebnis, na ja vielleicht mal im Rahmenprogramm einer kleineren Veranstaltung oder so.....

17.04.1985 - Wieder Termin in Hockenheim beim damaligen Prokurist des Hockenheimrings. Auf dem Hockenheimring waren damals sechs Veranstaltung "mit Lärm" genehmigt. 1985 gab es allerdings nur fünf. Der Motorsport inkl. die Formel1 mit nur 55.000 Zuschauer befand sich zu der Zeit in einer Talsohle.
Die allgemeinen Bedingungen für Veranstaltungen auf dem Hockenheimring wurden angesprochen. Dabei fiel ein Name "Herr Herz" gefolgt von der Frage "Wissen Sie, was er im Rennsport geleistet hat?" Die beiden Herren des 1.DVD e.V. wussten hierauf keine Antwort, aber sie wollten wissen wer das ist und was er geleistet hat. Mathias Seidler recherchierte um sich auf ein weiteres Gespräch vorzubereiten.

Am 20.05.1985 fuhr Mathias Seidler zum Termin mit Wilhelm Herz in dessen VW-Autohaus in Mannheim. Die beiden unterhielten sich, Mathias sprach mit Wilhelm Herz über seine Erfolge als Rennfahrer und Weltrekordfahrten auf NSU die er auch auf dem Salzsee/Bonneville machte und das auch über 400 Meter - Mathias war sehr interessiert. Das Gespräch war interessant und am Ende stand fest: Die Herren vom 1.DVD e.V. bekamen einen der 6 Lärm-Termine in 1986!

Der Karten-Vorverkauf des ersten Dragster-Rennens in Hockenheim das den Titel 2. Internationales Dragster-Rennen Deutschland trug (der erste war 1980 in Mainz Finthen) war so lausig schlecht, dass am ersten Renntag (Samstag 09.08.2006) nur 2 Kassenhäusschen besetzt wurden. Nachdem sich dort schon am frühen Morgen lange Schlangen bildeten, war es die wichtigste Aufgabe, in Windeseile Kassierer und Wechselgeld zu organisieren, um dem Ansturm Herr zu werden.

Die Erzählungen stammen aus den Notizen von Mathias Seidler, der teilnahm an den Gesprächen zum ersten Rennen in Hockenheim!

Die Zeitschrift Chrome und Flammen sprach von der Attraktion des Jahres 1986!

In der Mediendokumentation der 1.DVD e.V. berichtete der damalige Pressereferent Rico Anthes, dass das erste internationale Dragster Rennen auf dem Hockenheim Ring am 09. und 10. August 1986 zu einem außerordentlichen Erfolg mit über 20.000 Besucher wurde. Hunderte von Briefen an den Veranstalter, den 1. Deutschen Verein für Drag Racing e.V., machten deutlich, daß abweichend vom klassischen Motorsport, eine neue Motorsport-Attraktion das Publikum mitreißte. Das rege Interesse der Medien zeigte ebenfalls, daß die enge Verbindung von Sport und Show, die dieser typisch amerikanische Motorsport bietet, dem Unterhaltungs-Trend der Zukunft entspricht. Fehlen heute noch "deutsche Namen" unter den Top-Piloten und Erfolgsträgern im internationalen Dragster Sport, so ist der Nachwuchs motiviert und engagiert genug, um in den 90er Jahren im europäischen Drag Racing mitreden zu können. Wir sind sicher, daß Hockenheim 1987, nicht zuletzt durch die vielen neugewonnen Fans, zu einem neuen Besucher-Rekord im deutschen Dragster Sport führen wird. Und Rico Anthes behielt Recht!

Ein weiterer Meilenstein in 1986 war die Bekanntgabe des Magazines Chrome & Flammen, als sie in ihrem Magazine bekanntgab, das sie selbst die Schirmherrschaft über ein Dragrace für jedermann übernimmt: Das Chrome & Flammen Public Race Cup. Wofür nur Privatfahrzeuge zugelassen waren und die damaligen Vorraussetzungen entsprachen: gültiger Führerschein, Straßenzugelassenes Auto bzw. Motorrad, Helm, Sicherheitsgurt, Feuerlöscher (nur bei Autos) und damit war die Public Race Klasse geboren..

Zu den Showcars der Veranstaltung gehörten das Rocket FunnyCar "Vanishing Point" von Sammi Miller, der die Achtelmeile in 3.23 Sek. @ 297km/h. und die Jet-Dragster "Hellbender" gefahren von Mark Woodley und "Vampire" gefahren von Collin Fallows.

Nicht zu vergessen war der erste schwere Dragrace Unfall auf deutschen Boden, als der englische Dragsterpilot Tony Boden schwere Verletzungen erlitt, als sich sein Funny Car während eines Demolaufs entzündete und gegen die Sicherheitsmauer prallte. Tony erlitt seinen Verletzungen einige Wochen später. Die Europäische Drag Racing Gemeinde werden diesen sympathischen Fahrer nicht vergessen.
Die Sieger des ersten Hockenheimrennes:
Klasse
Platz
Fahrer
Fahrzeug
Zeit (1/8 Meile)
Pro Stock Bike
Sieger
Rob van Ginniken
Suzuki 1325cc
6.21 @ 193km/h
2. Platz
Tony Huck
Suzuki 1385cc
6.26 @ 190km/h
Drag Bike
Sieger
Hermann Jolink (NL)
Ducati 990cc 130PS
6.85 @ 172km/h
2. Platz
Benny Hartmann (NL)
Suzuki 1325cc
keine Angaben
Public Race
Sieger
Bernd Seminati
Corvette Stingray 7500cc
keine Angaben
2. Platz
Walter Weindal
Corvette 6650cc
keine Angaben
E.T. Bracket
Sieger
Gerd Hoffmann
VW 1303 1700ccm
8.26 @ 122km/h
2. Platz
Reinhard Hamburger
VW Beetle "Bug Buster"
9.16 @ 108km/h
Modified
Sieger
Bernd Betz
VW Golf I 1600ccm
9.20 @ 133km/h
2. Platz
Jerry Lackey
VW Beetle "Pure Hell" 2100ccm
7.47 @ 156km/h
3. Platz
Tony Rowe
Corvette 7000ccm
7.31 @ 161 km/h
4. Platz
Henri Joosten (NL)
Chevy Camaro 7000ccm
7.44 @ 162km/h
Competition Car
Sieger
Robin Read (GB)
Dragster "Bad Habbit" Jaguar -Daimler 2500cc
5.95 @ 198km/h
2. Platz
Steve Young (GB)
Ford Dragster 2000ccm
6.44 @ 174km/h
3. Platz
Gerd Habermann
Volvo Dragster 2,0L
6.52 @ 155km/h
4. Platz
Fred Hestermann
Fiat Topolino "Maffia Mouse"
8.40 @ 156km/h
Pro Comp
Sieger
Dave Wilson
Dragster Keith Black 7000cc
5.89 @ 164km/h
2. Platz
Jerry Andrews
-
keine Angaben
3. Platz
Steve Read
Dragster Donovan 7000cc
keine Angaben
In 1987 wurde der Erfolg vom Vorjahr wiederholt und ein weiteres Dragsterrennen wurde auf dem Hockenheimring veranstaltet. Zu diesem Rennen wurden Fahrer aus Amerika organisiert. Rick Henkelmann und Hans-Jürgen Kuesel waren die ersten amerikanischen Dragracer die eigens nur für einen Drag Race mit ihren Funny Cars nach Deutschland reisten. Als weiteres Highlight wurde der Rocketman Sammi Miller aus Amerika eingeladen, der in seinem Rocket-Funny Car "Vanishing Point" in weniger als 4 Sek. auf über 300 km/h auf der Rennstrecke in Hockenheim beschleunigte..

Die ersten beiden Rennen in 1986 und 1987 fanden noch auf der Start- und Zielgeraden der Grand Prix Strecke statt, damals konnte nur die Achtelmeile gefahren werden, da die Auslaufzone sonst nicht gereicht hätte. In 1988 kam dann das was sich alle Fahrer sehnsüchtig wünschten eine eigens für Drag Racing gebaute Rennstrecke in Deutschland. Der Hockenheimring baute um und es entstand der erste permanente Dragstrip in Deutschland "Die Hockenheim Quartermile".








Der erste Spatenstich zum neuen Dragstrip in Hockenheim.

1969
Willi Hestermann kaufte die "Maffia Mouse" ein Fiat Topolino. Nach umbauarbeiten ging er in 1971 damit an den Start. Das Auto befindet sich heute noch in seinem Besitz und wurde von seinem Sohn Thomas Hestermann in der Nighshow der NitrOlympX in 2005 gefahren.
1970
Sembach im Juli 1970 (Quelle: Stars & Stripes)

Paul Creamer von der HARA fuhr mit seinem 68er Chevy Nova den Top Eliminator und Top Stock Sieg ein um dann die Europäische Meisterschaft für US Militär Teilnehmer zu gewinnen.

Das zweitages Drag Event an der Sembacher Strecke wurde gesponsored vom Sembach Automotive Timing Association und zog 2500 Zuschauer an. Die Verein war auch Gastgeber für weitere vier Vereine aus Hanau, Baumholder, Ramstein und Bad Kissingen. Es war die erste Veranstaltung dieser Art um den europäischen Militär Dragmeister zu ermitteln.

Der Streckenrekord für die Viertelmeile mit 13.3 Sek. das in 1969 von Ram Bascum aufgestellt wurde, wurde während den Trainingsläufen von Larry Russel von der HARA gebrochen mit einer 12.8er Zeit. Larry fuhr einen modifzierten 67er Camaro.

Competition Sieger war Dave Price vom Ramsteiner Verein in seinem 1970er Boss Mustang; Dave Euick von der HARA war Junior Stock Sieger in seinem 65er Impala und die europäische Klasse wurde von Terry Wheeler aus Sembach in seinem 68er Ford Taunus gewonnen. Westy Gill war Sieger in der Motorrad Klasse auf seinem 66er Triumph 650er; und Gail Woody auch vom Hanauer Verein HARA gewann den Frauen Pokal „Powderpuff“ in ihrer 67er Chevelle.

Das Ford Racing Team aus der USA machte in Sembach einige Demonstrationsläufe.
1978
Der erste Funny Car Fahrer Deutschlands Werner Habermann fährt zum ersten mal seinen "Blue Swede" auf der Rennstrecke am Fliegerhorst.
Okt 1978
Auf einem ungeöffneten Autobahnabschnitt "Hanauer Kreuz" wurden ein Test und Tune veranstaltet. Der Autobahnabschnitt wurde ein paar Wochen später eröffnet.
1979
Heinrich Habermann fuhr zum ersten mal in seinem Camaro "Little Blue Swede"
Rico Anthes begann seine Dragracekarriere in seinem 58er Chevy in der Straßenklasse
1980
Rico Anthes kauft Comp Altered 9,4sec auf 220km/h aus USA „Wallys Jeans“
Im April fährt Tony Morris sein erstes Rennen im Opel GT "Stampeder II" am Fleigerhorst Dragstrip
1982
Rico Anthes baute sein Altered "Wallys Jeans" zur Wildente um
1983
Thomas Hestermann fing seine Karriere an im „Freedom“ Dragster von Harvey Dearfield und fuhr bis 08/2002
Die erste Dragstershow am Auto Technik Museum in Sinsheim findet während eines Opel Markentreffen statt , mit dem Opel GT "Stampeder II" von Tony Morris
1986
Die HARA nahm ihre Zeitmessanlage samt Startbaum mit nach Holland und veranstalte zusammen mit den Holländern ein Rennen auf eine Bundesstrasse etwas außerhalb von Eindhoven.
1984
Das Dragsterrennen auf dem Fliegerhorst in Erlensee wird eingestellt. Der Verbot auf dem Fliegerhorst kam dadurch, dass die US Streitkräfte Atom Sprengköpfe lagerten und laut Sicherheitsrichtlinien durften innerhalb von 500 Metern sich absolut nichts befinden.

Das aus kam sehr plötzlich und nachdem in Fliegerhorst nicht mehr gefahren werden durfte, suchte der 1. Vorsitzende der HARA Jerry Lackey eine neue Rennstrecke und wurde in Giebelstadt bei Würzburg fündig. Die Rennstrecke befand sich wieder auf einem US Militärgelände und Jerry bearbeitete 3 Monate lang unerbittlich damit die HARA dort Rennen veranstalten durfte.
Schliesslich einigte man sich das gestartet werden durfte und 40% der Einnahmen gingen dafür an Einrichtungen der US Armee, wie die Morale Support. Ausserdem wurde noch an verschiedene Deutsche Einrichtungen gespendet.

Insgesamt ist n
ach dem letzten Rennen auf dem Fliegerhorst ein Jahr vergangen, bis in Giebelstadt gestartet wurde. In Giebelstadt gab es Sonntags eine Pause für die Kirche zwischen 10 – 13 Uhr.

In Fliegerhorst wurde zum grössten Teil nach NHRA Regeln gefahren aber auch nach den schwedischen Regeln die ebenfalls an den NHRA Regeln stark angelehnt waren.

Die Klassen von Fliegerhorst waren Super Stock, E.T., Modified Standard, Competition Altered und Dragster die zusammen ausgetragen wurden.

Der schnellste Lauf auf dem Fliegerhorst Dragstrip in Erlensee war von Harlan Thompson mit einem Fuel Funny Car 6,6 Sek. 330km/h in ca. 1982
To be continued.............