Der Ursprung des Dragstersports lag im illegalen Strassenrennen in der USA Ende der 40er Jahre. Das Drag Racing heute zeigt immer noch deutlich seine Herkunft: zwei Fahrzeuge Seite an Seite, die auf ein grünes Licht warten, das ihnen den Start signalisiert, so wie die illegalen Strassenraudis früher in den 40ern an der Ampel standen und auf Grün warteten.

Damals wurden die illegalen Autorennen auf Strassen und Plätzen in diversen Orten in Kalifornien USA ausgetragen, es gab aber auch in anderen Bundesstaaten Rennen wie Florida, Texas, Michigan, Oregon und Illinois. Damals gab es noch keine Regeln und die Streckenlänge war ungenau. Man fuhr von einer Ampel zur nächsten, auf die geraden und ebenen Strecken der Highways - wie die geraden
und ebenen Dragsterstrecken heute - die den geraden Strassen der meisten amerikanischen
Städten ähneln.

Das erste legale Viertelmeilenrennen fand im April 1949 in der nähe von Santa Barbara zwischen Tom Cobbs und Fran Hernandez statt. Ende der 40er Jahre gab es bereits Anstrengungen, den Sport einem Kodex zuzuordnen und die ersten geregelten Rennen auf die Beine zu stellen. Man fand passende Flugplätze in Kalifornien, Texas und Florida, sogar die ausgetrockneten Flutkanälen in der Stadt von Los Angeles wurden dafür genutzt. Die erste Dragsterstrecke war ein ausgedienter Flugplatz und wurde in 1950 in Santa Ana, Kalifornien eröffnet. In den 50er Jahren war Kalifornien die Drehscheibe der Entwicklung des Drag Racings, diverse Vereine organisierten dort Dragsterrennen.

Das heute noch sehr populäre und wohl bekannteste amerikanische Auto-Magazine „Hot Rod“ fing an die Sicherheit und Standardisierung im Drag Racing voranzutreiben. Das Magazine unterstütze die nationalen Touren der „Safety Safari“ (Sicherheits Safari), um damit das Drag Racing auch in anderen Regionen des Landes zu verbreiten. Die NHRA (National Hot Rod Association) wurde als nationaler Verein gegründet und der Redakteur der Zeitschrift Hot Rod „Wally Parks“ verlies das Magazine, um die NHRA zu leiten.

Ursprünglich wurden Wettrennen zwischen modifizierten Strassenfahrzeugen ausgetragen aber mit der Zeit wurden die Fahrer erfinderisch, die Autos immer schneller und ausgefallener und zum grössten Teil waren sie Eigenbauten. Durch diese Entwicklung vermehrten sich dann auch die verschiedenen Klassen.

Relativ bald erkannte man damals, dass das Gewicht eine grosse Rolle spielt und man fing damit an, die Karosserien abzuspecken auch dann wenn nur ein minimaler Schutz für den Fahrer noch bestand. Es wurden auch spezielle Vorderrahmen gebaut und Motoren aller Typen und Ausführungen eingesetzt wie z.B. V6, Reihen 6-Zylinder, V8, Ford und Mercury Flatheads und Chrysler Hemis. Man fing sogar damals schon zum Teil damit an, mit selbstangefertigten Aluminium Köpfen zu fahren.
Bis 1955 wurde bei einem Lauf die höchst gefahrene Geschwindigkeit dazu genommen, um den Sieger des Laufs zu ermitteln. Der Sieger des Rennens auf dem Santa Anna Dragstrip in 1953 war Art Christman, er fuhr damals 139,88 mph. Art Christman gehörte Anfang der 50er Jahre zu den bekanntesten Fahrern sowie Arnett Johansen, Nick Arias und Dick Kraft.

Dick Kraft war der erste Fahrer der seinem Rennwagen einen Namen gab, er nannte es „The Bug“ (Die Wanze). Das Auto kann heute noch bewundert werden, im amerikanischen Drag Race Museum von Don Garlits in Ocala Florida.

In den 50er Jahren wurden die Rennen von den Landesverbänden und den Vereinen als „National Dragster“ ausgeschrieben. Das erste gesponserte Rennen der „NHRA“ fand im April 1953 statt und statt wie es heute üblich ist, mit einer Ampel zu starten - gab es damals einen Mann, mit einer grünen Flagge der das Rennen startete. Das Rennen fand auf der legendären Dragsterstrecke in Pomona Kalifornien statt. An dem Rennsamstag kamen 3.000 Zuschauer und am Rennsonntag mehr als 15.000 Zuschauer. Die Strassen rund um die Strecke waren zu und es entstand Chaos.
Die schnellste Zeit wurde von einem Motorradfahrer namens Lloyd Kraut auf einem Harley Davidson das mit Nitro Methan gefahren wurde - seine Zeit: 10.93 Sekunden! Motorräder fuhren auch schon in den frühen Jahren mit und die ersten „NHRA Nationals“ für die gesamte USA wurden in 1955 ausgeschrieben. Der erst Gewinner war Calvin Rice mit einem 10,30 ET (Elapsed Time/Gemessene Zeit) und 151 mph Höchstgeschwindigkeit.

Die Drag Racing Szene entwickelte sich sehr schnell und ein Sicherheitsreglement lies nicht lange auf sich warten, die allerdings recht kurz war. Ein Auszug aus dem damaligen Sicherheitsreglement: Dragster (D) (Kraftstoffart optional); Fahrzeuge der Dragster Bauart sind speziell konstruiert für den reinen Wettbewerb. (NHRA DRAG REGELN, 1956)
Wie das Wort Drag Race und Dragster entstanden, darüber streiten sich die Geister. Manche sagen das der Name "Drag Racing" enstand, als die ersten Autos die bei einem Rennen gesehen wurden, vor lauter Leistung vorne abhoben und das Heck dadurch am Boden schleifte "Schleifen in englisch heisst Drag" also wurde aus diesen Rennen "Drag Races".

Das Wort „Dragster“ entstand in Kalifornien, USA. Das bekannte amerikanische Magazin „Hot Rod Magazine“ stellte im Januar 1953 auf einem Stand in der Los Angeles Automobilausstellung ein Foto von Art Christman´s Auto aus und bezeichneten es als „a glittering example of a Dragster...“ zu deutsch „ ein glitzerndes Exemplar eines Dragsters...“
Einer der wichtigsten Faktoren damals wie heute sind die Reifen. Ein Fahrer aus El Monte war der Erste der sich bemühte die richtige Mischung nach den neusten Herstellungsverfahren zu finden. Er war kein Fachmann, sondern Drucker bei der Zeitung „Times“ - und dieser Fahrer wurde im Jahr 1954 fündig. Sein Name war Marion Lee "Mickey" Thompson.
Ein paar Jahre später waren "Mickey Thompson Tires" überall für den Rennsport zu kriegen - und sie werden bis heute, vorallem in den PRO-Klassen sehr gerne genutzt.
Das erste Auto mit einem "Überollkäfig" war "Swamp Rat I" - das Auto gehörte dem berühmten amerikanschen Dragracer Don „Big Daddy“ Garlits. Don Garlits war auch später derjenige, der die "schiefe Vorderachse" im Dragster erfand, damit konnte er, in den Startlichtschranken stehen und etwas früher losfahren ohne einen Frühstart (Rotlicht) zu fahren. Als es allen bewusst wurde, warum er solch fantastische Reaktionszeiten fuhr, wurde die "Erfindung" auf max. 2 inch Schräge reglementiert!

In 1955 wurde der erste „Slingshot“ Dragster gebaut, so nannte man die Dragster bei dem der Fahrer hinter der Hinterachse sass aber mit den Füssen vor der Achse, um eine bessere Gewichtsverteilung zu erreichen. Nachdem in den darauffolgenden Jahren immer wieder Kupplungen explodierten oder Achsen zerrissen, baute ein Fahrer, der bei so einem Unfall 3 Zehen verloren hatte, den ersten "langen" Dragster mit Motor längs hinter dem Fahrer und es war wieder der bekannte Don „Big Daddy“ Garlitts. Es gab auch schon bereits vorher Dragster mit Heckmotoren aber nicht mit dem Motor quer hinter dem Fahrer eingebaut, diese waren auch extrem kurz.
Nachdem in Amerika der Sport sehr schnell an Popularität gewann, wurde Wally Parks der Herausgeber des "Hot Rod Magazins" zum ersten Vorsitzenden der NHRA gewählt und die Autoklassen für das Reglement bestimmt:
- Stock (S),
- Gas (G),
- Street Roadster (SR),
- Altereds (A),
- Roadster (R),
- Modified Roadster (MR),
- Competition (C)
- Dragster (D)