Prinzip
Ein Drag Race ist ein Beschleunigungsrennen das zwischen zwei Fahrzeugen, die aus einem stehenden Start über eine abgemessene Entfernung und auf einer geraden und ebenen Rennstrecke "Dragstrip" ausgetragen wird. Es gibt zwei Standards für Dragsterstrecken, entweder eine Viertelmeile (402,34 Meter) oder eine Achtelmeile (201,17 Meter). Die Dragsterstrecke erstreckt sich aber weit über die Ziellinie hinaus, um es den Fahrzeugen zu ermöglichen, ihre Geschwindigkeit angemessen abzubremsen und ins Fahrerlager zurückzukehren. Ein Beschleunigungsrennen besteht aus einer Qualifikation und einer Ausscheidung (Elimination), dabei werden die unterschiedlichen Fahrzeuge in verschiedene Fahrzeuggruppen unterteilt. Wenn die Qualifikationsläufe abgeschlossen sind, werden die Fahrzeuge in den jeweiligen Gruppen laut Ihrer Qualifikationszeit aufgestellt. In den Eliminations wird in allen Läufen paarweise aus jeder Gruppe gestartet und der jeweilige Gewinner einer Paarung nimmt am nächsten Durchgang teil. Ergibt sich, daß eine ungerade Anzahl von Fahrzeugen in einer Gruppe vorhanden ist, so muß eines dieser Fahrzeuge, welches durch das Endlaufschema bereits feststeht, die Rennstrecke ohne direkten Gegner durchfahren. Dies ist ein sogenannter Bye-Run.
Start
Ein Lauf zwischen zwei Fahrzeugen wird mittels einer elektronischen Anlage, genannt „Christmas Tree“ (Weihnachtsbaum) das auch kurz "Tree" genannt wird gestartet. Der Tree hat seinen Namen, wegen seiner mehrfarbigen Glühbirnen - dich sich an jeder Seite des Trees befinden: zwei kleine weisse Birnen ganz oben, gefolgt in einer absteigenden Reihenfolge von drei Gelben, eine Grüne und einer Roten LED (Leuchtdioden) pro Seite.
Pre-Stage
Der Fahrer befindet sich an der zweiten
Lichtschranke vor der Startlinie
Staged
Die Vorderräder befinden sich auf der Startlinie
Achtung
Nachdem beide Autos sich auf der Startlinie
befinden startet die Startsequenz.
Pro- Tree = alle gelben Lichter aufeinmal
Full-Tree = nacheinander absteigend
Start
Der Start ist freigegeben
Frühstart
Das Auto ist zu früh vom Start weg gefahren.
Über die Startlinie erstrecken sich vier Lichtschranken, zwei Lichtschranken pro Fahrbahn die mit einer Fotozelle verbunden sind. Die Fotozellen sind verkabelt mit dem Tree und mit dem elektronischen Zeitmesser in der Zeitnahme. Sobald die Vorderräder eines Rennfahrzeugs die erste Lichtschranke auf seiner Fahrbahn durchbricht, leuchten die sogenannten „pre-staged“ Lichter am Tree (die 2 kleinen weissen Birnen ganz oben) und signalisieren dem Fahrer, das er sich ca. 178mm vor der eigentlichen Startlinie befindet. Dann rollt das Fahrzeug mit den Vorderrädern in die nächste Lichtschranke, das sogenannte „stage beam“ (Start Lichtschranke), sobald die Lichtschranke unterbrochen wird, leuchten auch die "Staged" Lichter (die zwei unteren kleinen weissen Lampen) am Tree auf und dem Fahrer wird damit signalisiert, das er sich genau auf der Startlinie befindet. Sobald alle "Staged" Lichter (4 auf jeder Seite) aufleuchten, fokussieren sich beide Fahrer auf die Startsequenz vom Tree. Nachdem sich beide Fahrzeuge "eingestaged" (verdeutscht) haben, aktiviert der Starter die Startsequenz des Trees. Der Starter ist eine Person der zwischen den beiden Fahrzeugen steht und einen Auslöseschalter in der Hand hält, das mit dem Tree verbunden ist. Der Starter stellt sicher, das die Fahrzeuge in angemessener Zeit ihre burnouts machen und sich innerhalb einer für ihre Klasse vorgegeben Zeit einstagen. Wenn beide Fahrer bereit sind, löst der Starter die Startsequenz aus. Der Tree hat zwei Startsequenzen und je nachdem welche Fahrzeugklasse gerade gefahren wird, wird der Tree mit der richtigen Startsequenz, für die jeweilige Klasse vor dem Lauf von der Zeitnahme korrekt eingestellt.Bei der Startsequenz "Pro-Tree" (Profi Ampel) leuchten die drei gelben LED gleichzeitig auf, gefolgt von der grünen LED im Abstand von vierzehntel einer Sekunde. Bei der Startsequenz "Full-Tree" (Sportsmann Ampel) leuchten die drei gelben LED absteigend nacheinander im Abstand von fünfzehntel einer Sekunde, gefolgt von der grünen LED im Abstand von fünfzehntel einer Sekunde.
Wer ist der Sieger?
Es werden zwei verschiedene Leistungsmerkmale von der Zeitmessanlage aufgezeichnet. Für jede Fahrbahnseite wird jeweils, die E.T. (elapsed time = gemessene Zeit zwischen Start und Ziel) und das Top Speed (erreichte Höchstgeschwindigkeit). Die E.T. wird aufgezeichnet nachdem das Fahrzeug die staging-beams (Lichtschranken) verlassen hat. Beide Fahrzeug lösen beim verlassen der staging-beam auf ihre Fahrbahnseite, eine Zeitmessuhr für ihre Fahrbahnseite aus. Die Zeitmessuhr wird gestoped sobald das jeweilige Fahrzeug auf seiner Fahrbahnseite die Ziellinie erreicht hat. Die E.T. dient als Mass für die jeweilige performance. Der Top Speed wird von einem Geschwindigkeitsmessgerät aufgezeichnet - gemessen wird die Geschwindigkeit auf den letzten 66-Fuss vor der Zielinie und jede Fahrbahnseite wird unabhängig voneinander gemessen. Das erste Fahrzeug das über die Ziellinie fährt ist der Sieger, es sei denn, das Fahrzeug befindet sich in einer Klasse, indem es schneller als seinen Dial-in Index gefahren ist. (Zu Indexzeiten später mehr)
Handicap System
Um verschiedene Fahrzeugtypen, die in einer Klasse gegeneinander antreten, ein Faires und vorallem Konkurrenzfähiges Rennen zuzusichern, gibt es ein Startsystem das auf einen Handicapsystem basiert. Bei dem Handicap Startsystem verlassen die schnelleren Fahrzeuge die Startlinie mit einer Zeitverzögertung, um den Leistungsunterschied zu langsameren Rennwagen theoretisch auszugleichen. Das Handicap Startsystem basiert auf Regeln, die verschiedene Fahrzeugtypen betreffen und gilt für die Klassen Competition Eliminator, Super Gas, Modified Street, Public Race, Junior Dragster oder es wird auch nach dem „Dial-in“ eines Teilnehmers im sogenannten „Bracket Racing“ angewendet
E.T. Bracket System & Dial-In Index
E.T. Bracket Racing ist bei weitem die beliebteste Art des Drag Racings - in dieser Form von Drag Racing, fahren zwei Fahrzeuge mit unterschiedlichem Leistungspotenzial gegeneinander aber auf einer möglichst ausgegeglichenen Basis. Der Gedanke hinter den Regeln des Bracket Racings, soll die kontinuierliche Leistung eines Fahrers und sein Fahrzeug auszeichnen und nicht nur die pure Geschwindigkeit. Mit diesen Vorraussetzungen soll der Sieg an den Fahrer gehen, der in der Lage ist seine gefahrene Zeit präzise vorherzusagen, egal ob diese schnell oder langsam ist. Damit ist ein Sieg weniger von grossen Geldausgaben abhängig sondern eher vom Fachkönnen und Geschick.

Ein Beispiel vom ET Bracket Racing:
Fahrzeug A ist auf der Viertelmeile folgende Zeiten gefahren: 17.78, 17.74 und 17.76 Sek. und der Fahrer schätzt, das ein "Dial-in" (veranschlagte Zeit) von 17.75 Sek. angemessen ist.

Fahrzeug B ist auf der Viertelmeile folgende Zeiten gefahren: 15.27, 15.22 und 15.26 Sek. und der Fahrer entscheidet sich für ein "Dial-in" von 15.25 Sek.

Folglich wird Fahrzeug A einen Vorsprung von 2.5 Sekunden erhalten ggü. Fahrzeug B. Wenn beide Fahrzeuge die Viertelmeile in genau der von Ihnen veranschlagten Zeit durchfahren, wird der Sieg an den Fahrer gehen der an der Startampel am schnellsten reagiert hat (R.T. = Reaktionszeit). Beide Fahrbahnen werden unabhängig voneinander gemessen und die Zeitmessuhr fängt erst an zu zählen wenn sich ein Fahrzeug in Bewegung setzt. Hierdurch erscheint es einem manchmal so, das ein Fahrzeug einen mathematischen Vorteil im Vergleich zur gemessenen Zeit hat, aber das Rennen dann tatsächlich verliert. Diese Tatsache macht die R.T. an der Startlinie äußerst wichtig im Drag Racing!
Dial-In Index
Ein „Dial-In Index“ ist die vom Fahrer geschätze Zeit, die er mit seinem Fahrzeug braucht um von der Startlinie bis zur Ziellinie zu gelangen. Die vom Fahrer geschätze Zeit, wird am Fenster seines Fahrzeugs gut lesbar angebracht, damit die Personen die das Zeitnahme System bedienen, die korrekte Startsequenz an der Startampel (Tree) einstellen. Das langsamere Fahrzeug erhält dadurch einen Vorsprung, das gleichwertig mit der Differenz der Dial-in's der beiden Fahrzeuge ist (wie oben bei Bracket Racing beschrieben). Wenn eines der Fahrzeuge schneller fährt als sein Dial-in nennt man dies "breaking-out" d.h. derjenige wird disqualifiziert, ungeachtet wer die langsamste Zeit von den beiden gefahren ist. Wenn aber beide Fahrzeuge schneller als Ihr Dial-in fahren und beide einen break-out fahren, wird derjenige der am wenigsten unter seinem Dial-in gefahren ist der Sieger. Dieses Verfahren gleicht jeden Vorteil aus, der entsteht wenn jemand einen langsameren Dial-in angibt, um damit einen Vorsprung zu erhalten. Man kann während einem Rennen die Dial-in Zeit so oft ändern wie man möchte
Disqualifizierung
Ein Fahrer kann aus einer der folgenden Gründe disqualifiziert werden:
- wenn er zu früh von der Startlinie losfährt (Rot-Licht)

- wenn er die Fahrbahngemarkung verlässt

- entweder durch das überqueren der Mittellinie, berühren der Leitplanke oder
durch das anfahren einer Streckenvorrichtung wie die Fotozellen z.B. indem er
nicht staged

- indem man eine vor dem Lauf angeordneten Inspektion verpasst oder nicht
besteht (in NHRA Klassenrennen, werden Fahrzeuge gewogen, der Kraftstoff
wird nach jedem Lauf untersucht und bei einem Veranstaltungssieger wird sogar
eine komplette Motorzerlegung vorgenommen.

Im Falle einer doppelten Disqualifikation - d.h. wenn z.B. ein Fahrer einen Frühstart hinlegt aber der andere Fahrer die Fahrbahngemarkung überquert und dabei die Fahrbahn des anderen Fahrers befährt, gewinnt der Fahrer mit dem kleineren vergehen also der den Frühstart hinlegte.
Burnout
Der Sinn des Burnouts liegt darin, die Reifen der Antriebsräder aufzuwärmen und sie damit auf die richtige Betriebstemperatur zu bringen. Ausserdem sollen die Reifen auch von Fremdkörpern wie Reifengummi, Steine oder Ablagerung befreit werden. Ein weiterer Grund ist um Gummi auf die Strecke zu bringen, was die Strecken-bedingungen verbessert. Auf den Professionelen Dragstrips werden sogar Maschinen mit gebrauchten Slicks (Rennreifen) eingesetzt, um Gummi auf die Strecke aufzutragen. Zusätzlich wird die Strecke mit Trackbite (Kleber) prepariert, um die Traktion zu erhöhen und damit einen optimalen Griff für den Start zu erzielen. Vor dem Startbereich gibt es eine „Waterbox“, das ist eine Fläche die mit Wasser besprüht wird, damit die Fahrzeuge mit ihren Antriebsrädern reinfahren können um ihr Burnout zu machen. Manche Fahrer lassen Ihre hinteren Reifen noch zusätzlich in der Waterbox mit Wasser besprühen und ganz früher wurde das Wasser sogar mit Bleichmittel gemischt.Diverse Fahrzeuge verfügen über eine vorgeschriebene „Line-Lock“, das ein- und ausgeschaltet werden kann. Der Line-Lock verhindert dass die hinteren Bremsen sich lösen wenn das Bremspedal durchgedrückt ist. Dies ermöglicht es dem Auto mit Einsatz der Bremsen, während eines Burnouts stationär zu bleiben, ohne die hinteren Bremsbeläge durchzubrennen. Die Fahrzeuge in den Strassenklassen (Strassenzugelassene Fahrzeuge) sind die einzige Ausnahme, da die Rillen der Reifen das Wasser zum Teil speichern und damit für genug Kühlung sorgen.
Strategien & Technik
Diverse Strategien die im Drag Racing eingesetzt werden, beginnen bereits mit dem Fahrzeug selbst. Leistungssteigernde Maßnahmen und Weiterentwicklungen müssen aber den Regeln der FIA, FIM/UEM und/oder DMSB in den jeweiligen Klassen entsprechen. Zu diesen Maßnahme gehören: der Einsatz von „Slicks“ (glatte, weiche Reifen die gut Greifen), diverse Methoden um die Zufuhr von mehr Luft im Motor zu ermöglichen - wie Turbolader und Kompressoren, Lachgas Einspritzung, spezielle Kraftstoffarten (höhere Oktan Gas, Methanol, usw.), verbesserte Radaufhängungen und Federung und eine Menge mehr. Taktiken um als erster über die Ziellinie zu kommen, werden üblicherweise nur im „Bracket Racing“ (siehe oben) angewandt. Wenn ein Fahrzeug einen gewaltigen Vorsprung hat, kann es sein das er kurz vor der Ziellinie langsamer wird oder sogar abbremst, um auszuschliessen das er seine Dial-in unterbietet (breakout). Besonders im Bracket Racing ist es nicht unüblich die Bremslichter eines führenden Rennwagens kurz vor der Ziellinie zu sehen.
Lachgas Spuelung?
Was ist das denn? Das können nur Fahrzeuge die mit Lachgas Einspritzung fahren! Die Fahrer betätigen einen Knopf das eine Magnetspule aktiviert, das im Fachjargon „Spül-Ventil“ genannt wird. Dieses Spül-Ventil stosst das gasartige Stickoxid (Lachgas) das sich in den Leitung angesammelt hat, in die Atmospähre aus. Durch die Lachgas-Spülung wird das flüssige Lachgas richtung Motor gebracht, um eine korrekte Mischung aus Lachgas und Kraftstoff zu sichern.
Schalten
Ein weiterer sehr wichtige Gesichtspunkt ist das Schalten. Viele Rennwagen werden manuell vom Fahrer geschaltet und es gibt optimale Zeitpunkte um zu schalten, die bei jedem Fahrzeug varieren. Typischerweise nimmt die Leistung mit steigendem Drehzahl zu, aber nur bis zu einem gewissen Punkt bis die Leistung wieder abnimmt. Der ideale Zeitpunkt zum schalten ist beim Höchstleistungsstand. Viele Dragsterfahrer nutzen einen Drehzahlmesser um den optimalen Schaltzeitpunkt einzuschätzen.
Pedaling
Besonders in den Fuel Klassen wird das Wort „pedalling“ (regulieren des Gaspedals) oft erwähnt. Es bedeutet, das der Fahrer vom Gaspedal geht um es nochmal voll durchzudrücken - das machen die Fahrer wenn ihr Auto Traktion verliert. Das pedalling macht schon einen guten Fahrer aus!
Vorbereitungen vor dem Rennen
Um an einem Rennen überhaupt teilzunehmen, muss man erstmal ein Nennungsformular an den Veranstalter senden. Nachdem man seine Nennformular samt Nenngeld an den Veranstalter geschickt hat, erhält man eine Nennbestätigung. Wenn man sich erfolgreich für eine Veranstaltung angemeldet hat, kann es Richtung Rennstrecke losgehen.
Beim eintreffen an der Rennstrecke, wird dem Racing Team erstmal eine für seine Klasse angemessenen Platz im Fahrerlager zugewiesen.
Danach muss der Fahrer samt seinen Papieren: Nennbestätigung, Lizenz, Wagenpass etc. zur Papierabnahme ins Rennbüro. Bei der Papierabnahme werden die Unterlagen auf Vollständigkeit und Richtigkeit geprüft.

Nach erfolgreicher Papierabnahme, muss das Team das Rennfahrzeug zur technischen Abnahme bringen. In der technischen Abnahme werden die Fahrzeuge je nach Klassen-Reglement inspiziert. Zur Technischen Abnahme gehört auch das wiegen des Fahrzeugs, zusammen mit dem Rennfahrer (inkl. Helm).

Die Papierabnahme
Andere wichtige Aspekte die bei der Technischen Abnahme untersucht werden sind: Sicherheitsgurte, Fahrerausrüstung (Helm, Halskrause etc.), Reifen, Auspuffsystem, Überrollkäfig etc. Es kann auch vorkommen, dass der Kraftstoff im Kraftstofftank geprüft wird und sogar auch der Hubraum des Motorblocks nachgemessen wird, das im Fachjargon "litern" heisst. Eine Technische Prüfung kann jederzeit während oder nach einem Rennen, vom Rennleiter angeordnet werden.

Nachdem die Technischen Abnahme ohne Beanstandung durchgeführt wurde, wird das Fahrzeug mit einem Aufkleber versehen, dass die Abnahme bestätigt. Mit dem Aufkleber wird sichergestellt, das nur die Rennfahrzeuge zur Startaufstellung gelangen, die auch die Technische Abnahme absolviert haben.
Nachdem das Team nun die Papierabnahme und die Technische Abnahme erfolgreich abgeschlossen haben, können die Vorbereitungen für das Rennen beginnen. Die Teams überprüfen vor einem Rennen, dass ihr Fahrzeug einwandfrei läuft und alle technischen Aggregate korrekt funktionieren, ausserdem wird geprüft ob die Bremsfallschirme (falls vorhanden) richtig gepackt sind usw.

Das Fahrerlager
Das Fahrerlager der Drag Racing Szene ist im Vergleich zu anderen Motorsportarten, für Zuschauer jederzeit zugänglich und fast ohne Einschränkungen.

Es gibt keine andere Motorsportart die dem Zuschauer die Nähe zu den Fahrern, Mechanikern und ihre Autos so ermöglicht wie das Drag Racing.

Es ist herrlich vor, während und nach einem Renntag durch die Pits zu schlendern, zu fotografieren und den Teams bei der Arbeit zuzusehen.
Allerdings ist grosse Wachsamkeit immer ratsam, da das Fahrerlager nie zur Ruhe kommt. Es werden ständig Fahrzeuge auseinander und zusammengebaut, Motoren werden angelassen und getestet. Zwischendurch fahren die Klassen die zum Start aufgerufen werden durch das Fahrerlager zur Startaufstellung - es ist immer Trubel im Fahrerlager und das macht es für die Zuschauer umso aufregender - das Gefühl zu haben mittendrin dabei zu sein.
Qualifikationsläufe
Vor dem Rennen werden die Qualifikationsläufe gefahren. Hier geht es nicht darum ein Lauf zu gewinnen, sondern in erster Linie ein Gefühl dafür zu bekommen wie die Leistung des eigenen Fahrzeugs auf der jeweiligen Rennstrecke ist. Es werden diverse Einstellungen am Fahrzeug vorgenommen um die optimale Leistung für die Rennstrecke zu erlangen. Anhand der Qualifikationsläufe wird auch die Startreihenfolge und die jeweiligen Paarungen festgestellt. Diese Informationen werden vom System auf sogenannte „Flowcharts“ übertragen. Flowcharts sind Listen worauf die verschiendenen Fahrzeuge einer Klasse stehen und in welchr Reihenfolge und Paarung sie am Rennen teilnehmen.
Timeslip
In den frühen Jahren des Drag Racings, wurden die „Timeslips“ (Zeitbeleg) per Hand ausgestellt - heute wird alles per Computer gemessen und ausgedruckt. Nach einem Lauf erhält der Fahrer ein Timeslip mit allen wichtigen Informationen, die er benötigt um sein "Dial-in" besser zu schätzen und auch gegenbenfalls Änderungen an dem set-up seines Fahrzeugs vorzunehmen:
  • Reaktionszeit
  • E.T. Elapsed Time / gefahrene Zeit
  • Durchschnittsgeschwindigkeit
  • Top Speed
  • Sieger / Verlierer
Die Informationen auf den Timeslips können von Rennstrecke zu Rennstrecke etwas varieren. An manchen Rennstrecken wird z.B. auch die gefahrene Zeit nach verschiedenen Intervallen auf dem Timeslip vermerkt. Eines der gängisten Intervallzeiten ist der nach 60 fuss. Anhand der 60-Fuss Zeit kann der Fahrer erkennen wie gut er von der Startlinie weg kam. Ausserdem stehen auch die Informationen des Gegners auf dem eigenen Timeslip.
Das Rennen bzw. Eliminations
Nachdem die Qualifikationsläufe abgeschlossen wurden und die Startaufstellung und Paarungen feststehen, beginnt das Rennen. Die einzelnen Klassen werden über die Lautsprecher im Fahrerlager ausgerufen, in den Profiklassen gibt es „Pit-Marshalls“, die diese Klassen persönlich betreuen. Die Pit-Marshalls befinden sich immer zwischen Vorstart, Startaufstellung und Fahrerlager, sie informieren die einzelnen Teams persönlich über den Verlauf der Veranstaltung, über die Uhrzeit das ihre Klasse zur Startaufstellung erscheinen soll und wer gegen wenn aufgestellt ist. Der Pit-Marshall informiert sich auch bei den Teams, über das jeweilige „lane choice“ d.h. der Fahrer einer Paarung, der die bessere Qualifizikationszeit gefahren ist, darf eine Fahrbahnseite wählen für diesen Lauf. Viele Fahrer haben eine Vorliebe für bestimmte Fahrbahnseiten, dies kann aus diversen Gründen sein. Meistens beobachten die Teams den Rennverlauf und welche Leistungen die anderen Fahrzeuge auf den beiden Fahrbahnen erreichen, danach entscheiden sie welche Fahrbahn für sie vorteilhafter sein könnte. Während dem Rennbetrieb kann es zu „Oil-downs“ (Ölverluste) auf der Fahrbahn kommen, dies kann die Fahrbahnbedingugen entscheidend beeinflussen und auch die lane-choice eines Fahrers. Nachdem die Fahrzeuge sich zur Startaufstellung begeben haben, werden sie von der „Line-up Crew“ (Startaufstellungs Team) in der richtigen Reihenfolge aufgestellt. Am Ende der Startaufstellung befindet sich der Vorstartbereich, spätesten im Vorstartbereich muss der Fahrer im Auto in voller Montur sitzen und startbereit sein. Wenn es Zeit ist für die nächste Paarung zum burnout vorzufahren, signalisiert der Vorstarter das die Motoren angelassen werden dürfen, dann signalisiert der Vorstarter das die Fahrzeuge in die Waterbox (Burnoutfläche) fahren dürfen um ihr burnout zu machen. Nach dem Burnout signalisiert der Starter den Fahrern das sie stagen (Startposition) dürfen oder evtl. auch müssen. In bestimmten Klassen gibt es Regeln wie weit über die Startlinie ein Fahrzeug sein burnout machen darf und wieviel Zeit er dafür in Anspruch nehmen darf. Es gibt auch Regeln darüber wieviel Zeit eine Klasse in Anspruch nehmen darf, bis er zur Start-Lichtschranke vorfährt. Wenn ein Fahrer die ihm zur Verfügung stehende Zeit verstreichen lässt, kann der Starter ihm signalisieren das er sofort an die Start-Lichtschranke fahren muss, ansonsten kann der Starter die Start-Sequenz starten oder ein Fahrer disqualifizieren. Was ursprünglich eine typisch amerikanische Motorsportart war, hat sich in den Jahren Weltweit mit grosser beliebtheit ausgebreitet - in Ländern wie Australien, Neu-Zeeland, Japan, die Karibik, England, Mexico, Griechenland, Malta, Süd Afrika, Holland, Frankreich, Ungarn, Belgien, Schweden, Norwegen, Finnland und Deutschland. Weltweit gibt es etwas über 325 Dragstrips mit tendenz steigend!
Fahrerlizenz
Vor man an einem Drag Race teilnehmen darf muss man erstmal eine Nationale DMSB Lizenz beantragen. Die Nat. DMSB Lizenz kann ab Jahrgang 1989 bentragt werden und sie berechtigt zur Teilnahme als Fahrer an nationale DMSB Drag Racing Wettbewerbe in den Klassen Public Race und E.T. Handicap (langsamer als 10Sek auf der 1/4Meile bzw. 6,40Sek auf der 1/8Meile. Die Lizenz ist bis zum 31.12. eines jeden Jahres gültig. Um eine Lizenz zu beantragen benötigt man ein DMSB-Automobilsport-Lizenzantrag-Fahrer und ein Passbild. Ausserdem sollte man ein Termin bei seinem Hausarzt vereinbaren, da ein medzinischer Eignungstest durchgeführt werden muss, dass auf dem Lizenzantrag vom Arzt bestätigt werden muss. Der Lizenzantrag ist bei Mitgliedschaft im ADAC, AvD, DMV, ADMV, ACV oder einem der Korporativ-/Ortsclubs des AvD/DMV (z.B. 1.DVD e.V. oder HARA e.V.) über die jeweils zuständige Sportabteilung einzureichen. Für weitere Informationen stehen die Sportabteilungen der Drag Racing Vereine gerne zur Verfügung (siehe Menü "Vereine").
Wagenpass
Der DMSB-Wagenpaß ist die sportrechtliche Zulassung von Rennfahrzeugen im Bereich der DMSB. Wie der Fahrzeugschein für straßenzugelassene Fahrzeuge, beschreibt der Wagenpaß das Fahrzeug und gibt dem beim DMSB registrierten Fahrzeugbesitzer an. Alle Fahrzeuge die von DMSB-Lizenzinhabern im Automobilsport eingesetzt werden, sind verpflichtet einen DMSB-Wagenpaß zu haben. Der DMSB-Wagenpaß für Dragster bewährt sich: Bei der technischen Abnahme erspart er doch viel Zeit, da der Technische Kommissar seine Überprüfung auf´s Wesentliche sowie Stichproben beschränken kann. Mehr Infos dazu auf der DMSB Homepage oder von den Sportabteilungen der Drag Racing Vereine 1.DVD e.V. oder HARA e.V. (siehe Menüpunkt Vereine).